Bonifatius


Bonifatius

672/73 ursprünglich Winfried, in Wessex (England) geboren, Apostel der Deutschen, angelsächsischer Benediktiner des Klosters Nhutscelle.
716 Bonifatius wirkt als Heidenbekehrer in Friesland.
718 Bonifatius verläßt England für immer.
719 Bonifatius wird in Rom von Papst Gregor II. Unter Verleihung des Namens Bonifatius mit der Germanenmission beauftragt. Er ist mit Willibrord zunächst abermals bei den Friesen tätig, später bei den Hessen, wo er die Klöster Amöneburg und Fritzlar gründet.
722 Bei einem zweiten Aufenthalt in Rom wird er zum Bischof geweiht.
723 o. 724 Fällung der Donar-Eiche bei Geismar.

Die Heiden im Hessenland glaubten nicht mehr ganz fest an ihre altenGötter. Sie hatten schon viel vom Gott der Christen gehört. Bonifatius wußte das und wollte ihnen deshalb die Ohnmacht ihrer Götter vor Augen führen. Bei dem Orte Geismar in der Nähe von Fritzlar war ein heiliger Hain mit einer mächtigen Eiche, die dem Gotte Donar geweiht war. An einem Herbsttag des Jahres 723 versammelte er dort die Heiden. In respektvoller Entfernung umstanden sie die Donareiche. Während Bonifatius mit seinen Gehilfen begann die Eiche zu fällen, erwarteten sie jeden Augenblick, daß Donar mit einem Blitzstrahl die Übeltäter zerschmettern würde. Als dies nicht geschah, bekehrten sie sich. Bonifatius ließ am gleichen Platz aus dem Holz der Eiche eine Kapelle bauen.

732 Erhebung zum Erzbischof und zum päpstlichen Vikar des gesamtdeutschen Missionsgebietes. Er missionierte mit steigendem Erfolg außer in Hessen auch in Thüringen, unterstützt von zahlreichen angelsächsischen Mönchen und Nonnen (seine Verwandte Lioba, sein späterer Nachfolger auf dem Bischofstuhl in Mainz und zweiter Gründer Hersfelds, Lullus).
736 Sturmius (der Bayer Sturm) verläßt Bonifatius, um in der Einöde Gott zu dienen. Er zieht in die Buchonia und kommt nach Hersfeld (Haerulfisfeld), wo er ein mit Birkenrinde gedecktes Kirchlein baut. Deshalb beging man in Hersfeld im Jahre 1986 die 1250-Jahrfeier.

Nach einem dritten Aufenthalt in Rom ordnet Bonifatius die bayerische Kirche und errichtet die Bistümer Salzburg, Freising, Regensburg und Passau. Für Franken errichtet er Eichstätt, für Hessen Büraburg (Fritzlar), sowie Erfurt und Würzburg für Thüringen.

742-47 Bonifatius reformiert das Kirchenwesen im Frankenreich Karlmanns und Pipins.
744 Hersfeld lag dem Bonifatius zu nahe an der Grenze zu den Sachsen, die gerade Nordthüringen erobert hatten und auch fränkisches Gebiet heimsuchten. Auf Geheiß des Bonifatius verläßt Sturmius deshalb Hersfeld und zieht weiter nach Süden, wo er das Kloster Fulda gründet. Deshalb beging man in Fulda im Jahre 1994 die 1250-Jahrfeier der Klostergründung.
747 Bonifatius übernimmt die Leitung des Bistums Mainz. Seine Hauptfürsorge widmet er jetzt der Ausgestaltung seines Lieblingsklosters Fulda.
754 Als Achtzigjähriger beginnt er erneut mit der Friesenmission. Dabei wird er von heidnischen Friesen erschlagen.

Mit 82 Jahren nahm er die Arbeit an den Friesen wieder auf. Als er 754 in der Nähe des heutigen Städtchens Dokkum Neugetauften den bischöflichen Segen erteilte, stürzten sich bewaffnete Heiden auf die Versammelten und schlugen sie nieder. Bonifatius soll jede Gegenwehr untersagt haben. Er hielt ein Buch über seinen Kopf und wurde dennoch tödlich getroffen. Der Leichnam wurde den Rhein herauf gebracht und von Mainz nach Fulda überführt. Sein Grab ist im Dom zu Fulda. Sein Nachfolger auf dem Mainzer Bischofstuhl war sein Schüler Lullus.

769
Lullus gründet ein Benediktinerkloster in Hersfeld, wo die von Sturm begründete Siedlung sicher nicht aufgegeben worden war.


Fulda

Von Bonifatius durch seinen Schüler Sturmius 744 als Benediktinerabtei gegründet, 751 unmittelbar den Päpsten unterstellt, seit 754 Grabstätte des heiligen Bonifatius, wuchs das Kloster, an dem u.a. Hrabanus Maurus wirkte, als ein Hauptstützpunkt der Christianisierung sehr rasch zu großem Reichtum und hoher Kultur. Die Äbte von Fulda hatten seit 969 den Primat vor allen Äbten des Reiches. sie waren wohl seit dem 10. Jhd. Erzkanzler der Kaiserin, seit 1170 Reichsfürsten, die seit dem 13. Jhd. ein ansehnliches Territorium aufbauten. Nach einem Niedergang im Mittelalter fand die Reformation schnell Eingang. 1571 wurden die Jesuiten berufen und bis zum Dreißigjährig en Krieg, der das Land schwer heimsuchte, die Gegenreformation energisch durchgeführt. Das 18. Jhd. sah einen neuen Aufstieg. So erfolgte 1759 die Erhebung zum Fürstbistum. 1734 bis 1803 hatte Fulda eine Universität. 1815 kam Fulda an Hessen-Kassel. Gleich wohl ist die Stadt mehr von den fürstbischöflichen Bauten des 18.Jhd. bestimmt. Der Dom, dem eine 751 geweihte, 791- 819 als Säulenbasilika umgebaute Kirche voranging, wurde 1704 - 12 barock neu erbaut und birgt in der erhaltenen alten Krypta das Grabmal des hlg. Bonifatius. An den Dom schließt ein im 17. Jhd. errichtetes, im 18. Jhd. erweitertes Kloster an. Es ist jetzt Priesterseminar. Spätbarocke Bauten sind auch das ehemalige Schloß der Fürstäbte mit Schloßgarten und Orangerie, die Heiliggeistkirche un d die Stadtpfarrkirche, die Bibliothek, die ehemalige Universität und die Hauptwache.


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